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Spannender 42. ADAC Barbarossapreis auf dem Nürburgring
Team Lingmann mit Platz 1, Platz 2 und Platz 4



(kh) Die zahlreichen begeisterten VLN-Fans rund um die legendäre Nordschleife erlebten am vergangenen Wochenende packenden Motorsport. Der Haribo-Porsche vom Team Manthey holte sich mit Lucas Luhr/Richard Westbrook, den dritten Sieg in Folge. Sie profitierten dabei von einem Reifenschaden in der Schlussphase der Führenden Dumas/Klasen, ebenfalls vom Team Manthey, auf Porsche.
Auf der neuen GT3-Corvette gelang Christian Hohenadel/Lance Arnold ein sensationeller Einstand. Nach der Pole schafften sie Platz 3 in der Gesamtwertung.
Die Weltpremiere des neuen SLS AMG GT3 Mercedes wurde leider durch einen Startunfall getrübt. Bereits in Kurve 2 kam es zu einer Berührung zwischen dem Führenden Hohenadel und dem von Platz drei nach vorne stürmenden Bernd Schneider. Daraufhin drehten sich beide, Frank Stippler im Audi R8 konnte nicht mehr ausweichen und fuhr Schneider ins Heck. Ausfall für Stippler und ein langer Boxenaufenthalt für Schneider brachten diesen um jede Siegchance. Trotzdem zeigte der fünffache DTM-Champion Schneider welches Potential in dem Fahrzeug steckt. Die schnellste Rennrunde in 8:32,414 (171,206 km/h) zeigte auf, dass man mit dem Auto in Zukunft rechnen muss.
Das unter der Bewerbung MSC Rhön startende Team Lingmann wurde wieder seinen Erwartungen gerecht und staubte mit den Plätzen 1,2 und 4 wieder kräftig ab. Die Freude wurde lediglich durch zwei Ausfälle getrübt. Bereits in Runde 3 ging der Motor der österreichischen Besatzung im M3 der Klasse V6 hoch, während in Runde 10 die bis dahin an dritter Stelle ihrer Klasse H3 agierenden Italiener, durch Dario Paletto im Kesselchen einen Totalschaden fabrizierten, nachdem dieser auf einer Ölspur die Kontrolle über das Auto verlor.
Besser machten es wieder Ulli Packeisen und Hubert Nacken. Pole in der Klasse und nach einem sehenswerten Rennen holten die beiden Routiniers wiederum den Klassensieg und mussten sich in der gesamten Gruppe H nur dem bärenstarken BMW M1 beugen.
Die beiden Franzosen Pierre de Thoissy und Thierry Depoix, die diesmal durch den Herner Ingo Tepel unterstützt wurden fuhren wieder ihr typisches Rennen. Mit unglaublicher Konstanz und Präzision behaupteten sie sich in der Profiklasse der SP6, mit ihrem BMW M3 auf Position 4.

In der Klasse SP5 hätte Alfred Hitchcock das Drehbuch für Christian Leutheuser, Alex Schula und Wolfgang Kudrass nicht spannender schreiben können. Im total verregneten Qualifying ging man kein Risiko ein, da für das Rennen Wetterbesserung prognostiziert wurde. Platz 4 war offensichtlich eine gute Ausgangsposition. Kudrass fuhr wieder den Start und obwohl bestens aufgelegt, wurde er im Feld geblockt. So sehr er sich auch mühte, es ging nicht recht vorwärts. Als er endlich den Obermaier-BMW von Position 3 verdrängt hatte, waren der Live Strip-BMW mit Plentz/Nägele und der BMW mit Kappeler/Weiss schon auf anderthalb Minuten enteilt. Jetzt galt es für Alex Schula alles zu geben, um den Anschluss wieder herzustellen. So fuhr er denn auch ein Wahnsinnsrennen. Es dauerte nicht lange, hatte er Kappeler/Weiss kassiert und verkürzte den Vorsprung des Live Strip-Autos von Runde zu Runde. Aus anderthalb Minuten waren mittlerweile 16 Sekunden geworden und er erhöhte sogar noch den Druck. Die Führung war eine Frage der Zeit. Christian Leutheuser war die ungeheuere Anspannung im Gesicht abzulesen, denn er ahnte was nach dem Fahrerwechsel auf ihn zukommen würde. Denn die greifbar nahe Führung musste dann verteidigt werden. Im Team bereitete man in fieberhafter Eile den bevorstehenden Boxenstopp vor. Reifen sollten nicht mehr gewechselt werden, sondern nur nachtanken und Fahrerwechsel waren angesagt. Als die Spannung am Höchsten war, kam plötzlich aus heiterem Himmel die rote Flagge. Rennabbruch! Schlagartig war die Luft im Team raus und das große Rätseln begann, was die Ursache für den Abbruch war. Das offizielle Statement der Rennleitung ergab folgende Situation: Mehrere schwere Unfälle in den Bereichen Hatzenbach, Fuchsröhre und Aremberg, bei denen die Fahrer gottlob unverletzt blieben, verursachten große Leitplankenschäden und verschmutzte Streckenabschnitte. Außerdem mussten sehr aufwändige Bergungsarbeiten durchgeführt werden.
Um die Sicherheit der Teilnehmer nicht zu gefährden, entschloss sich die Rennleitung richtigerweise zum Rennabbruch. Da von der Renndistanz über 75 Prozent absolviert waren, können die vollen Punkte an die Fahrer gegeben werden.

In der Bruttogesamtwertung der Serie konnten sich Christian Leutheuser und Alex Schula mit 50,38 Punkten auf Platz 34 nach vorne schieben. Knapp dahinter, mit 48,91 Punkten auf Platz 37, folgen Hubert Nacken und Ulli Packeisen. Gefolgt von Wolfgang Kudrass auf Platz 39, mit 48,38 Punkten. Wenn man berücksichtigt, dass die Platzierungen der Lingmann-Fahrer unter etwa tausend eingeschriebenen stehen, kann man ermessen, was hier für klasse Leistungen erbracht werden.

Das vorletzte Rennen dieser tollen Serie findet mit dem 34. DMV 250 Meilen Rennen am 16. Oktober statt.



Fotos: Höhn

Bei Weltpremiere für Furore gesorgt. Bernd Schneider im neuen spektakulären AMG Mercedes SLS GT3.
Kein Durchkommen für Wolfgang Kudrass im Lingmann BMW (Nr. 212) In der Endabrechnung doch noch Platz 2.