Erfolgreiches VLN-Saisonfinale für Lingmann-Motorsport
1Gruppen-/Klassensieg, Platz 3 und 8 -eine gute Ausbeute-
(kh)Die Meister der VLN Langstreckenmeisterschaft 2010 heißen Mario Merten und Wolf Silvester, die unter der Bewerbung von Bonk Motorsport die Saison bestritten. Sie konnten ihren zweiten gemeinsamen Titel nach 2006 feiern.
Drei deutsche Premiummarken machten den finalen Gesamtsieg beim 35. DMV Münsterlandpokal 2010 unter sich aus. Wie schon so oft, hatte ein Manthey-Porsche am Ende die Nase vorn. Arno Klasen, Marc Lieb und Lucas Luhr feierten nach 4:01:45,709 Stunden den letzten Sieg der VLN-Saison. Sie verwiesen den Audi R8 LMS von Phoenix-Racing mit Frank Stippler/Marc Basseng, mit einem Rückstand von 3:35,857 Minuten, auf Platz 2.
Wieder eine tolle Leistung lieferte der Mercedes SLS AMG GT3 von Mamerow-Racing mit dem fünffachen DTM Gesamtsieger Bernd Schneider und Chris Mamerow ab. Sie wurden mit Platz 3 belohnt.
Das für den MSC Rhön startende Bad Königshöfer Team Lingmann-Motorsport freute sich ebenfalls über einen gelungenen Saisonabschluss.
Wieder ist es gelungen in der Gruppe H einen Gruppen- Klassensieg herauszufahren.
Ein erbitterter Zweikampf tobte zwischen dem Mercedes von Andreas und Ralf Schall und dem Lingmann-BMW mit Hubert Nacken und Ulli Packeisen um den Gruppensieg. Beide fuhren das ganze Rennen über „letzte Rille„ und schenkten sich nichts. Die Lingmann Mechaniker rackerten wie gedopt bei den Boxenstopps, bei denen jede Sekunde zählte. Insbesondere, als eine Dreiviertelstunde vor Rennende es wiederum zu schütten begann. Der entscheidende Reifenwechsel wurde vom Team in einer Glanzzeit abgespult.
Über sich hinaus wuchs der Steißlinger Hubert Nacken, Onkel des fünffachen DTM-Champions Bernd Schneider. Obwohl er an einem deftigen grippalen Infekt litt, ging er das Tempo voll mit und kam als Schlussfahrer, wie nach einer Wasserrettung, triefnass in die Box getrabt, glücklich als Gruppensieger.
Neu war der Einsatz des Besaplast Minis von Franjo Kovacs, der mit diesem Fahrzeug die Mini-Challenge 2010 erfolgreich bestritt. Zusammen mit dem altbekannten Martin Tschornia sollte die Langstreckentauglichkeit, hinsichtlich des 24h-Rennens in Dubai getestet werden.
Der Routinier legte auch gewaltig los. Allerdings war auch klar erkennbar, dass das Cup-Auto Leistungsdefizite gegenüber den VLN-Profis hat. Trotzdem kam ein beachtlicher 8. Platz unter über 20 Teilnehmern heraus. Außerdem hat der Einsatz wertvolle Erkenntnisse hinsichtlich eines Langstreckeneinsatzes gebracht.
Wiederum nicht vom Rennglück begünstigt war das Trio Christian Leutheuser/Alex Schula/Wolfgang Kudrass. Christian Leutheuser kam die ungewohnte Rolle als Startfahrer zu. In einem begeisternden Rennen bot er den beiden Live Strip BMW von Plentz und Nägele Paroli.
Dann plötzlich kam Hektik im Team auf. Die Live Strip Autos schossen auf der Start- Zielgeraden vorbei und von einem Christian Leutheuser war weit und breit nichts zu sehen. Mit über drei Minuten Rückstand kam er schließlich im Pulk der 2-Liter Autos vorbei. Team-Chef Herbert Lingmann der im Funkkontakt mit ihm stand, machte ein bedenkliches Gesicht und kündigte einen außerplanmäßigen Boxenstopp an. Kaum an der Box, stürzten sich die Motorentechniker mit dem Laptop auf das Auto, da Christian über Überhitzung klagte, die ein Herunterregeln der Motorleistung zur Folge hatte. Der Fehler war schnell gefunden. Herbstliches Laub hatte die Kühleinlässe verstopft, als er in seiner Jagd auf die Spitze öfters die Ideallinie verlassen musste und sich sein Auto dabei als Laubsauger entpuppte. Aufatmen bei den Lingmanns. Nun musste allerdings eine noch härtere Aufholjagd gestartet werden. Ziel dieser war, die Jagd auf den zweiten Platz. Der Führende Plentz fuhr in einer anderen Liga und war aus eigener Kraft nicht mehr einholbar. Wolfgang Kudrass, der von Christian Leutheuser übernahm, machte auch gleich deutlich, dass er den Fehdehandschuh aufgenommen hatte und machte gewaltig Druck. Er konnte verhindern, dass sich das zweite Live Strip Auto absetzen konnte. Als er dann an den Schlussfahrer Alex Schula übergab, befand er sich bereits in Schlagdistanz zu den Gebrüdern Nägele. Der Hattersheimer ließ dann auch seine große Klasse aufblitzen und erhöhte den Druck. Das einsetzende Regenwetter würfelte wieder alles durcheinander und Schula kam trotzdem bis auf 14 Sekunden heran. Leider war das Rennen eine Runde zu früh zu Ende und das Trio freute sich nach einer Klasseleistung über Platz 3.
Die Klasse von Team, Zuverlässigkeit und Leistungsvermögen der Lingmann Autos und der Klasse der Fahrer, spiegelt sich in der Abschlusstabelle eindrucksvoll wider.
Unter mehr als 2000 teilnehmenden Fahrern, gelang es Christian Leutheuser und Alexander Schula sich mit einem eindrucksvollen 29(!) Platz, mit 64,82 Punkten, in die Bestenliste einzutragen.
Knapp dahinter auf Platz 36 landet Wolfgang Kudrass mit 62,82 Punkten und Platz 43 geht an das Duo Hubert Nacken und Ulli Packeisen mit 59,74 Punkten.
Eine erfolgreiche Saison ist in der „Grünen Hölle zu Ende gegangen, auch wenn in diesem Jahr kein Sieg beim legendären 24h-Rennen auf dem Nürburgring eingefahren werden konnte. Team-Chef Herbert Lingmann nahm es gelassen. Schmunzelnd sagte er dieser Zeitung: „Nach der Saison ist vor der Saison„! Also dürfen wir gespannt sein, was der alte Rennfuchs im nächsten Jahr auf die Beine stellen wird.
Fotos: Höhn



