Trio Triumphale -VLN-Auftakt nach Maß für Lingmann-Motosport-
Drei Podestplätze für das Königshöfer Rennteam
(kh)Bei sonnigem Frühlingswetter erlebten weit mehr als 20.000 Zuschauer rund um die Nürburgring-Nordschleife einen ereignisreichen und spannenden Auftakt der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft Nürburgring. Die Fangemeinde von Lingmann-Motorsport kam dabei auch voll auf ihre Kosten.
Bereits im freien Training am Freitagnachmittag ließen die Zeiten von Teamheimkehrer Ivano Giuliani im BMW M 3 der Klasse SP 5 und in der Klasse SP 6 die von Nachwuchstalent Christopher Haase aufhorchen. Ivano knallte für diese Klasse eine Fabelzeit von 9:16:485 min in den Asphalt, während Christopher Haase mit 9:01:635 für hochgezogene Brauen sorgte. Er markierte auch im Qualifying mit 9:05:963 min eine Klassezeit und stellte sich auf Platz 3 in die Startaufstellung. Auch Ivano Giuliani bestätigte den Trend vom Freitag und holte sich mit 9:20:826 min die Pole in seiner Klasse, mit 11 sec(!) Vorsprung.
Hoch motiviert gingen auch Christian Leutheuser, Martin Tschornia und Wolfgang Kudrass ins Zeittraining. Ein Reifenschaden hielt das Trio jedoch auf und bescherte Platz 5.
Martin Tschornia, der wieder als Startfahrer gesetzt war brannte förmlich darauf, das Trainingsergebnis zu relativieren. So ging er auch nach dem Start sofort eine fulminante Gangart an. Er knöpfte sich Konkurrent für Konkurrent vor und lag nach einer Stunde überzeugend in Führung.
In dieser Position übergab er an Wolfgang Kudrass, der die Position zunächst halten konnte. Dann kam, was rechnerisch kommen musste. Zwei Tage vor dem Rennen brachte der Serienveranstalter ein Bulletin heraus, wonach die neuen BMW Z 4 einen Zusatztank einbauen durften. Diese Entscheidung ist für den Rest des Feldes schwer verständlich, sind doch diese Fahrzeuge auf Grund ihres Herstellungsdatums und der daraus resultierenden Technikvorteile ohnehin im Vorteil. So kam der BMW Z 4 des Trios Wirtz, Weiland, Borkowsky mit einem Tankstopp weniger aus, was ihnen in der Endabrechnung den entscheidenden Vorsprung verschaffte.
Christian Leutheuser übernahm also den M 3 der Klasse V 5 an 2. Position liegend. Angetrieben von der kurzfristigen Reglementsänderung fuhr er zunächst voll auf Angriff. Teamchef Herbert Lingmann erkannte aber sofort, dass der Vorsprung des
Z 4 durch den eingesparten Tankstopp nicht aufzuholen war und signalisierte dem frustrierten Reyersbacher, das Ergebnis zu halten. Zähne knirschend beugte sich dieser und fuhr den hervorragenden zweiten Platz sicher nach Hause.
Ähnlich erging es der Mannschaft mit Christian Haase, Dr. Torsten Krey und Stephan Köhler auf ihrem SP 6. Das Trainingsergebnis konnte Haase in der Startphase gut halten und war ständig im Schlagschatten der führenden Z 4. Dann erging es diesem Trio genauso wie Leutheuser und Co. Die Führenden bauten durch die eingesparten Stopps ihren Vorsprung weiter aus, so dass auch hier Ergebnis halten angesagt war.
Platz 3 war die Belohnung für ein fehlerfreies Rennen.
Für Furore sorgte wiederum der Italiener Ivano Giuliani mit seinem Co-Piloten Hubert Nacken. Giuliani, der die Pole-Zeit gefahren war, übernahm auch den Startturn. Es war deutlich sichtbar, dass Fahrer und Auto perfekt aufeinander abgestimmt waren. Er deklassierte förmlich die Konkurrenz und übergab mit sattem Vorsprung an seinen Partner Nacken. Diesem gelang es ebenfalls souverän den Vorsprung zu halten.
In der Schlussphase übernahm Giuliani nochmals das Steuer und brachte den Lingmann-BMW mit einem Start- und Zielsieg über die Ziellinie, mit über 5 Minuten Vorsprung vor dem Zweitplatzierten und einem, für diese Klasse, sensationellen 27. Rang im Gesamtklassement, von 163 gestarteten Fahrzeugen.
Riesenjubel in der Lingmann-Box über diesen grandiosen Auftakt in einer Serie die höchste Ansprüche stellt.
Bereits in vierzehn Tagen, am 18. April, findet das zweite Rennen, das
34. DMV 4-Stunden-Rennen, der Renngemeinschaft Düren, statt. Eine große Herausforderung für die Lingmann-Truppe, da zur gleichen Zeit das erste Rennen der Mini-Challenge in Hockenheim stattfindet. Teamchef Herbert Lingmann wird diesen Einsatz persönlich leiten, während Christian Leutheuser am Nürburgring die Verantwortung übernimmt.
Die Entscheidung über den Gesamtsieg geriet zum Kampf zwischen den Fahrzeugkonzepten VLN-Specials (SP) und FIA-GT 3. Mit Einführung des neuen Reglements sind die Sportwagen der FIA-GT 3-Klasse erstmals in der populärsten Breitensportserie Europas startberechtigt.
So konnte sich in der Endabrechnung der SP 7-Porsche von Manthey Racing, mit Marcel Tiemann und Timo Bernhard, in die Siegerliste des ersten Rennens eintragen. Dabei betrug der Vorsprung auf die Zweitplatzierten, Christian Mamerow und Lance-Davis Arnold, im Porsche der Kategorie FIA-GT, 1:03,348 min.


