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VLN-Auftakt nach Maß für Lingmann-Motorsport
Platz 1, zweimal 2 und einmal 3 beim Saisonauftakt am Nürburgring

(kh)Der VLN-Auftakt mit der 58. ADAC Westfalenfahrt war spannungsgeladen und ein Top-Ereignis für alle Motorsportfans, rund um die Nürburgring Nordschleife.
Für den Saisonauftakt ungewöhnliches Kaiserwetter, war der Rahmen für ein Rennen, ganz nach dem Geschmack der Zuschauer. Diese sahen einen überlegenen Doppelsieg der BMW-Werksmannschaft. Nach 27 Runden wurden Uwe Alzen, Augusto Farfus und Jörg Müller im BMW 3 GT als Sieger abgewinkt. Gefolgt vom Schwesterauto mit Andy Priaulx, Dirk Müller und dem Würzburger Dirk Werner.
Kenneth Heyer, Thomas Jäger Jan Seyffarth und Jeroen Bleekemolen komplettierten das Podium, mit ihrem Mercedes SLS AMG GT3, von Black Falcon.

Auch das unter der Bewerbung des MSC Rhön startende Team Lingmann-Motorsport aus Bad Königshofen, hatte allen Grund zum Jubeln. Mit fünf Autos angetreten, musste das gesamte Team Schwerstarbeit leisten. So mussten in der Nacht von Freitag auf Samstag die Differenziale der beiden Gruppe H BMW M3 gewechselt werden, nachdem diese nach dem freien Training am Freitag, dem Teamchef nicht mehr geheuer waren.
Das Qualifying am Samstagmorgen begann auf nebelfeuchter Strecke. So griffen die Lingmann Fahrer etwas später ins Geschehen ein, nachdem die Strecke am Abtrocknen war.
Die Ergebnisse ließen aufhorchen. Platz 2 für die Neulinge im SP5, die Dreieicher Norbert Schneider und Klaus Westrick, sowie dem Königsteiner Axel Hörger, die ihr erstes Rennen auf der Nordschleife in Angriff nahmen. Ebenfalls Platz 2 erreichten Christian Leutheuser und Wolfgang Kudrass, in der mit 14 Teilnehmern sehr stark besetzten Klasse V6. Da das Auto für sie ungewohnt war, war diese Leistung beachtlich. Die französische SP6-Mannschaft, die sich mit dem erfahrenen „Quick Vic“ verstärkt hatte, begnügte sich mit Platz fünf. Hubert Nacken und Ulli Packeisen, sowie die Österreicher Johannes Huber, Constantin Kletzer und Ingo Tepel aus Herne, stellten ihre Renner auf Platz 2 und 3 in der Gruppe H 3 ab.
Die Startphase verlief ruhig. Der SP6 konnte sich um zwei Plätze verbessern, während Kudrass im V6 im Verlauf der weiteren Runden auf Platz 7 durchgereicht wurde. An der Spitze der H3 entbrannte ein erbitterter Zweikampf zwischen Ulli Packeisen/Hubert Nacken und dem ehemaligen DTM-Mercedes von Vater und Sohn Schall. Die Überlegenheit des Mercedes, machten Packeisen/Nacken mit fahrerischem Einsatz auf höchstem Niveau wett.
Durch einen Boxenstopp weniger übernahmen sie kurz vor Schluss die Führung. Allerdings passierten die beiden Kontrahenten in der Schlussrunde die Ziellinie vor dem Gesamtführenden BMW, so dass noch eine volle Runde zu fahren war. Dieses Geschenk ließ sich die Mercedesbesatzung nicht nehmen und fuhr mit 4 Sekunden Vorsprung vor Packeisen/Nacken über die Ziellinie.
Das Zweite H-Auto hielt tapfer Position 3. Dann allerdings Aufregung. Um 14.20h kam der Funksspruch von Constantin Kletzer aus dem Bereich Karussell: „Gaszug gerissen“!
Das schien das Aus zu sein. Doch der pfiffige Österreicher klemmte ein Stück Holz in die Drosselklappenwelle und tuckerte so mit geringer Geschwindigkeit an die Box, wo in fieberhafter Eile der Gaszug gewechselt wurde und Kletzer noch auf P3 liegend, wieder ins Rennen geschickt wurde und es mit diesem Platz beendete.
Die Neulinge im SP5 fuhren ein hervorragendes erstes Rennen. Hoch diszipliniert hielten sie sich an die taktischen Anweisungen von Teamchef Herbert Lingmann und gerieten im Verlauf des Rennens nie in Schwierigkeiten. Der Lingmann-BMW lief wie ein Uhrwerk und als Lohn sprang ein viel umjubelter 2. Platz in der starken Klasse SP5 heraus.
Für eine kleine Sensation sorgte das französische Team, mit ihrem deutschen Partner. Sie fuhren mit einer unglaublichen Konstanz ihre Runden und profitierten kurz vor Schluss mit dem Ausfall des Führenden. Das bedeutete Platz 1 in der nahezu professionellen Klasse SP6. Als Pierre de Thoisy die Gratulationen entgegen nahm, wusste er noch gar nichts von seinem Glück. Erst als ihn Herbert Lingmann mit zum Zeitmonitor nahm, konnte er das Ganze realisieren. Umso größer war der Jubel mit seinen Partnern Thierry Depoix und „Quick Vic“.
Pechvogel des Tages war leider Christian Leutheuser. Er übernahm das Auto von Wolfgang Kudrass auf Platz 7 liegend. Mit einer grandiosen fahrerischen Leistung peitschte er das Fahrzeug auf Platz 3 . Doch die Freude im Team währte nicht lange. Nachdem Kudrass das Auto übernommen hatte, kam er zwei Runden später, mit demolierter Front an die Box. Ein Ausflug in die Leitplanke war ursächlich. Vorne rechts wurden Achsträger und Spurstange gewechselt und die lädierte Karosserie mit Tape fixiert. Kudrass nahm mit hoffnungslosem Rückstand das Rennen wieder auf. Eine Runde später das endgültige Aus. Bei dem Unfall war auch die rechte Motoraufhängung gebrochen, so dass man das Auto abstellen musste.
Trotzdem war der Jubel im Team über die erreichten Platzierungen groß. Ein Auftakt nach Maß! Diesen Schwung will man zum zweiten Rennen, dem 36. DMV 4h-Rennen, am 30. April, mitnehmen.



Fotos: Höhn



792 Der Lingmann-BMW (Mitte) wühlt sich durch das Feld, zum Klassensieg.

893 Fahrerwechsel. Christian Leutheuser bläst zur Attacke.